Dat gëtt et net! (oder: Oh, those stupid clients!)

 

Vor allem

 

Meinem Freund Jos verdanke ich den Haupttitel dieses Buches. In diesem Spruch (in luxemburgischer Sprache, denn "unser Jos" ist Luxemburger) drückt sich gleich mehreres von dem aus, das Sie, lieber Leser, wohl bald denken werden, wenn sie tiefer in dieses Werk einsteigen:

 

- Ungläubigkeit: Das ist doch nicht möglich!

- Entsetzen: Das ist ja schrecklich!

- Ablehnung: Kann ja gar nicht sein!

- Amusement: Man will mich wohl auf den Arm nehmen!

 

Wie auch immer, suchen Sie sich die Version aus, die Ihnen am besten gefällt. Und denken Sie ein wenig über den vergangenen Tag nach, Ihnen ging es sicherlich nicht besser als mir, nur die Sachverhalte und Firmennamen sind andere...

 

Noch eine Anmerkung vorweg: Ich bin Laie und normaler Mensch, deshalb benenne ich die Dinge so, wie Nichtfachleute, sogenannte "Laien" sie benennen. Eventuelle "Fachleute" würden sie sicherlich viel genauer definieren. Mir aber reicht, daß Sie mich verstehen, denn die Botschaft steckt nicht in der "richtigen Benennung", sondern in der Situation.

 

Und noch eine Anmerkung: Ich nenne hier Produkt- und Firmennamen und ausschließlich Fälle, die ich persönlich erlebt habe. Sie können in der heutigen Zeit die Namen der Firmen und Produkte beliebig austauschen, in Zeiten des "shareholder value" und der „Globalisierung“ sind alle gleich, keiner ist besser oder schlechter. Aber zu denken sollte es uns doch geben!

 

1.            iOS 9.0

 

Apple hat eine neue Betriebssoftware für ihre Produkte herausgebracht. Auch ich bin mit meinem iPhone und iPad davon betroffen. Zuerst mein iPad, denn das möchte über das WLAN geupdated werden. Soll es! Dann am Laptop, an den ich mein iPhone hänge, öffnet sich automatisch iTunes und verkündet: Eine neue Version des iOS ist für das iPhone vorhanden. Also stimme ich zu, daß iTunes das Update vornimmt.

 

Etwas später ist das Update durch und das iPhone soll mit iTunes synchronisiert werden. Aber... Überraschung, die Synchronisierung kann nicht erfolgen, da mein iTunes nicht dem letzten Update entspricht. Also sage ich dem iTunes, daß es sich updaten soll. Aber... Überraschung, die neue Version des iTunes ist nicht installierbar, da das Betriebssystem meines Laptops (Windows Vista) dafür nicht geeignet ist. Nach etwa einer Stunde Recherche im Internet stellt sich heraus, daß Apple die neue Version des iTunes nur für Windows Betriebssysteme ab Windows 7 und höher entwickelt hat.

 

Ich bin verzweifelt: Nun habe ich ein Smartphone und ein Tablet mit der letzten und besten Betriebssoftware, aber beide kann ich nicht mehr mit meinem Computer synchronisieren!

 

Die weitere Recherche nimmt mir einen halben Tag. Die Lösung des Problems ist das "downgraden" beider Geräte auf iOS 8, dann klappt die Kommunikation wieder. Dazu brauche ich aber ein iTunes der neuesten Generation... Die Katze beißt sich in den eigenen Schwanz. Schließlich hilft der Umweg über den Laptop meiner Frau, der bereits Windows 8 hat. Und da sie ihr iPhone und ihren iPad noch nicht auf iOS 9 hochgesetzt hat, nutze ich das, um meine Geräte als ihre wiederherstellen zu lassen... Danach bei mir mit dem alten iTunes wiederherstellen und alles ist wieder so, wie es war, bevor Apple mich "verapplet" hat.

 

Arbeitsaufwand und damit unproduktive Zeit: 2 Tage! Ein kleiner Hinweis von Apple bei der Aufforderung zum Upgrade hätte genügt!

 

P.S.: Drei Tage später hat Apple die nächste Version des iTunes zum Update beworben. Dieses Update bietet auch Benutzern von Windows XP und Vista die Möglichkeit, das "neue" iTunes zu nutzen... ein paar Tage zu spät, liebe Verantwortliche von Apple!

 

2.            Siemens Geschirrspüler

 

In unserem alten Haus hatten wir eine mehr als 10 Jahre alte Geschirrspülmaschine von Siemens. Sie verrichtete ihre Arbeit tiptop, und wären wir nicht umgezogen, und hätten wir keine neue Küche einbauen lassen, dann wäre sie heute noch bei uns. Da sie aber so lange gute Dienste leistete, war die Entscheidung für die neue Maschine klar: Es muß wieder Siemens sein.

 

Nach einem halben Jahr der Nutzung sieht das Ergebnis jetzt so aus: Der Plastikeinsatz des Besteckwagens hält die Temperatur des Spülwassers nicht aus, die Teile haben sich dem Besteck "angepaßt"! Das Besteck hat öfters Speisereste angeklebt - genau da, wo die Halterung das Teil festgehalten hat! Der Besteckwagen hat einen ausklappbaren Teil für Tassen - leider sind wir keine Cappuccino-Trinker, die Villeroy&Boch-Tassen sind dafür zu hoch. 

 

In der Etage darunter sollen Gläser und Untertassen und Tassen untergebracht werden. Ein Weinglas (Villeroy&Boch, Standardhöhe) paßt aber wiederum nicht rein, das Fach ist zu niedrig. Gläser werden von einem schwenkbaren Teil aufrecht gehalten. Unter diesem Teil kann man Tassen unterbringen. Dieses Teil ist aus Plastik. Und in einem halben Jahr so abgenutzt, daß es dauernd ausrastet. Folge: Die Gläser fallen reihenweise um.

 

Darunter gibt es ein Fach für Teller, Pfannen und... komischerweise wieder Gläser, wahrscheinlich die "langen" normalen Weingläser. Da passen aber nur maximal 6 rein.

 

Fazit: Warum das tolle Design von vor 10 Jahren beibehalten? Da ist es doch viel besser anstatt eines Besteckbehälters (senkrecht) ein ganzes Fach (waagerecht) zu finden. Damit hat der Rest des Geschirrs dann nicht mehr genug Platz, die Maschine läuft öfter und... geht schneller kaputt.

 

Und auch der Umweltschutz wird hier mit Füßen getreten: Früher befüllte ich die alte Maschine mit durchschnittlich 100 Besteck- und Geschirrteilen, heute sind es etwa 60. Da ist doch der Energie-, Wasser- und Spülmitteleinsatz früher wesentlich geringer gewesen!

 

3.           iTunes 12.1

 

Stellen Sie sich vor, sie haben Ihre gesamte Musiksammlung auf einem Server in einem Unterverzeichnis "Musik" gesammelt. Zu Erfassung und Verwaltung haben sie iTunes verwendet.

 

Sie kaufen einen neuen Computer, der den Server im Netzwerk auch erkennt. Sie laden von der offiziellen Homepage die neueste Version von iTunes runter. Dann wollen sie iTunes mit Ihrer Musik aus dem Server füllen. Aber... Überraschung, im Gegensatz zur alten Version ist die neue Version von iTunes nur in der Lage, Musikdateien von Festplatten des Computers zu laden. Wie bekomme ich jetzt etwa 8.600 Musiktitel vom Server in iTunes?

 

Ach ja, die neue Version kennt auch bestimmte Schriftzeichen auf der Tastatur nicht mehr, z.B. die Tilde (~), die sie bei Namen wie João benötigen. Die portugiesischen und brasilianischen Benutzer werden sich freuen, wenn sie jedesmal die Alt-Taste mit dem richtigen ASCII-Hexadezimalcode eingeben müssen…

 

4.            Staples / Hewlet Packard

 

Da kaufe ich mir einen neuen Laptop. Natürlich hat der noch Windows 8 drauf, also lieber Kunde, aktualisiere Dir das mal schön. Das geht zwar (fast) von allein, aber es dauert doch ein paar Stunden, und solange muß das Vergnügen am neuen PC warten. Dann mal die ganze Software aufladen, die so unbedingt nötig ist, und die man ja auch auf dem alten Laptop hatte. Auch der zweite Tag wird damit verbracht. Man ist mittendrin, als die Nacht erbarmungslos zuschlägt und wieder eine Unterbrechung fordert. Also PC runterfahren.

 

Am nächsten Tag die Starttaste drücken und... nichts passiert. Vielleicht kein Strom? War aber die ganze Zeit an der Steckdose... Trotzdem noch mal bewußt laden...

 

Am nächsten Tag ist klar, das Gerät ist defekt. Also zum Händler, der nach mehreren Versuchen zum gleichen Ergebnis kommt. Und folgende Alternativen vorschlägt: Anderen Laptop, entweder gleicher Hersteller und anderes Modell, oder anderer Hersteller, oder sie bestellen einen solchen PC noch mal, denn dieses Modell haben sie nicht mehr vorrätig.

 

Mich interessiert eigentlich nur eins: Können sie die Festplatte in einen anderen PC reinbringen, denn neben Software sind auch schon eine ganze Menge persönlicher Daten auf der Festplatte. Und viel Zeit in die Installation investiert. Nein, sie haben wohl ein großes Schild, daß sie Reparaturen ausführen, aber sowas können sie nicht. Komisch, früher war der Austausch einer Festplatte, auch beim Laptop, eine Frage von ein paar Minuten...

 

5.           Microsoft‘s Hotmail

 

Bei der Einrichtung meines neuen Laptops (siehe oben) ist ja auch das Update nach Windows 10 notwendig. Hier spricht man nicht mehr von "Programmen", sondern von "Apps". Und die werden in einem "Store" geladen. Selbst wenn man kein App aus dem Store braucht, muß man sich bei der Einrichtung von Windows 10 im Store anmelden! Und das geht nur mit einem Email-Konto von Microsoft, also einem Hotmail-, Outlook- etc. Konto. Glücklicherweise habe ich ein Hotmail-Konto. Ich gebe es ein.

 

Die lieben Freunde von Microsoft stellen fest, daß der Computer nicht der sonst verwendete ist. Zum "Schutz Ihres Email-Kontos" fragen sie, ob sie mir eine SMS an meine (früher irgendwann mal) angegebene Telefonnummer geben sollen, oder ob ich dort einen Anruf wünsche. Tja, ich bin in der Zwischenzeit umgezogen, die Telefonnummer gibt's nicht mehr. Also drücke ich auf die Alternative "Ich habe diese Angaben nicht mehr" und lande bei einem Fragebogen zur Wiederfreischaltung meines Kontos. Fragen wie "Nennen Sie die letzten Betreffzeilen der Mails, die Sie empfangen haben", "Geben sie die Emailadressen der letzten Sender von Mails an Sie" kann ich auch nicht angeben, ich nutze das Konto nur, um solche Schrottanmeldungen, die zu Spam führen, nicht mit meinem echten Konto machen zu müssen. Aber es gibt ja noch die Frage nach dem Mädchennamen meiner Mutter. Richtig beantwortet, doch leider... "Sie haben nicht ausreichend dargelegt, daß Sie der rechtmäßige Eigentümer dieses Kontos sind"!

 

Schließlich gibt es noch den Support, der von Microsoft so organisiert ist, daß man sein Microsoft-Email-Konto angeben muß, bevor man etwas an den Support schreiben kann! Wie werde ich diese ewig quengelnden Kunden endlich los, die mich auf meine Fehler aufmerksam machen wollen? Ich lasse sie nicht ran an mich!

 

P.S.: Ich habe heute ein Outlook-Konto, das die gleichen Funktionen erfüllt. Irgendwann wird Microsoft das andere wohl löschen, dann kann ich das ja wieder....

 

6.            Hotelbuchung mit amoma.com

 

Ich möchte ein Hotel für eine Nacht in Lissabon buchen. Im Internet finde ich dazu bei trivago.de ein mir angenehmes Hotel zu einem annehmbaren Preis. Die Nachfrage beim Hotel ergibt, daß das Angebot im Internet wirklich gut ist. Ich klicke also drauf und lande bei amoma.com, die für diesen Preis anbieten. Ich gebe alle Daten für die ausgesuchte Zimmerart ein und möchte dann auf die nächste Seite zum Bezahlen gehen. Überraschung… „Das Zimmer, das Sie sich ausgesucht haben, ist gerade von jemand anderem gebucht worden, suchen Sie sich bitte ein anderes Zimmer aus.“ Und dann ist diese Kategorie nicht mehr anzuklicken! Was jetzt? Schlechtere oder bessere Kategorie buchen?

 

Ich bin komplett aus der Homepage von amoma.com rausgegangen und habe neu angefangen. Und siehe da: Meine vorhin ausgebuchte Kategorie war frei… Ein Schalk, wer dabei Schlechtes denkt! Und außerdem ist das unnötiger Zeitverlust!

 

Aber damit nicht genug: Es geht an’s Bezahlen. Dazu persönliche Daten eingeben und dann die Kredit- oder Debit-Karte wählen. Kreditkartenzahlung kostet 6,58 EUR extra, also nehme ich die Debit-Karte, eine VISA-Electron. Nach Kartennummer, Name und Ablaufdatum werde ich nach der Sicherheitsziffer gefragt. Überraschung… eine Debitkarte hat keine drei- oder vierstellige Sicherheitszahl! Und ohne die ist eine Bezahlung mit dieser Kartenart nicht möglich. Also bleibt einem nur: Bezahlung mit Kreditkarte und dafür zusätzlich 6,58 EUR berappen! Ein Schalk, wer hinter diesen Zufällen bei amoma.com Schlechtes denkt!

 

7.            visitlisboa.com

 

Das ist die offizielle Homepage der Touristeninformation „Turismo de Lisboa“. Ich schreibe eine Mail und frage an, welche Arten von Stadtrundfahrten oder –führungen es gibt, die einen nicht nur an die üblichen „Must see“-Plätze führen, sondern auch etwas von den nicht so bekannten Ecken Lissabons zeigt. Ich gebe ein Datum und eine gewünschte Uhrzeit an, und frage, ob es Kutschen-, oder Cabrio- oder Fußführungen gibt, die sie empfehlen können.

 

Der Press & PR Manager antwortet mir, und… verweist einfach auf die Homepage (mit einem Link auf die Startseite), wo eine Liste der verschiedenen Stadtrundfahrten und –führungen vorhanden sei. Nach längerem Suchen habe ich die schließlich gefunden. Hätte nicht ein direkter Link mehr geholfen? Und wäre nicht ein konkreter Vorschlag hilfreicher gewesen? Bienvenu dans notre ville!

 

8.            … und wieder mal iTunes

 

Ich habe ein Problem mit iTunes auf meinem Laptop. Also gehe ich auf die deutsche iTunes-Seite. Unter der Rubrik „Support“ landet man beim Apple-Support. Ich klicke auf iTunes, denn dort ist mein Problem. Nach einigen Versuchen, in den angebotenen Hilfeseiten eine Lösung  zu meinem Problem zu finden wähle ich schließlich entnervt „Support kontaktieren“. Jetzt hat man die Wahl zwischen iTunes-Store oder –Player. Ich wähle unter Player „iTunes Support kontaktieren“. Und… lande auf einer portugiesischen Seite vom Support! Richtig, ich lebe in Portugal. Aber leider spreche ich noch kein Portugiesisch und habe deshalb ja auch den Support unter iTunes.de gesucht!

 

Also zu apple.de. Da kann man den Apple-Support kontaktieren. Dann wählt man das Produkt aus (iTunes), dann den Player. Unter „Import, Export und Brennen“ wähle ich „Importieren oder Exportieren von Dateien“. Und wieder eine Wahlmöglichkeit. Ich entscheide mich für einen Rückruf von Apple. Auf der nächsten Seite wird’s dann lustig: „Geben Sie die Seriennummer ein“. Seriennummer? Von meinem von Apple frei zum Download zur Verfügung gestellten iTunes ist keine Seriennummer zu finden. Und unter dem Link „So finden Sie Ihre Seriennummer“ findet man die Hilfe, wie man bei seinen Apple-Geräten die Seriennummer findet. Mein Laptop ist aber HP! Aber da gibt es ja noch „Windows“ zur Auswahl. Mal ehrlich, was will Apple mit der Seriennummer von Windows bei einem Problem in iTunes? Mal abgesehen davon, daß ab Windows 10 die Seriennummer… versteckt ist! Und nur mit einem Spezialprogramm ausgelesen werden kann!

 

Ich will Apple überwinden, und gebe die Seriennummer meines iPads an. Endlich komme ich auf die Seite, wo ich die Telefonnummer hinterlegen kann, unter der Apple mich zurückrufen will. Und siehe da… ich kann nur eine Telefonnummer mit der Ländervorwahl +49 (also Deutschland) eingeben!!! Richtig, als Deutscher, der in Portugal lebt, hat man keine deutsche Telefonnummer. Danke Apple, wieder mal hat man „service“ klein geschrieben!

 

9.            Windows 10-Update

 

Man erinnert sich an Kapitel 4: Ich habe in Portugal einen HP Laptop gekauft. Nimmt man diesen mit Windows 8 zum ersten Mal in Betrieb, dann startet er in Portugiesischer Sprache. Weshalb Microsoft nicht in der Lage ist, wie die meisten anderen Hersteller (z.B. LG bei Fernsehern, Apple bei iPhone, iPad etc.) einfach eine Sprachwahl als erste Handlung beim Einrichten zu verlangen, ist mir unverständlich. Windows 8 jedenfalls scheint in dieser Hinsicht vorkonfiguriert zu sein. Später hat man zwar die Möglichkeit, „Sprachpakete“ aus dem Internet herunterzuladen und zu installieren, aber das Gesamtsystem wird dabei nicht umgestellt. Immer wieder überrascht einen der Computer mit einer „Portugiesischen Einlage“.

 

Daß man danach selbst das Update von Windows 8 auf 10 vornehmen muß, haben sie auch schon gelesen.

 

Gestern nun (17. März 2016), mitten in einer umfangreichen Anwendung meldet mir mein Laptop sinngemäß: „Um 9 Uhr 56 wird Ihr Computer heruntergefahren, um Windows Updates zu installieren. Sichern Sie bis dahin Ihre Programme. Sie können den Computer auch sofort herunterfahren“. Und darunter ein Button, um sofort damit zu beginnen, und ein zweiter für „Weiter“. Keine Möglichkeit, es später zu machen!!!

 

Ich habe natürlich nicht mit so viel Frechheit gerechnet! Ich war gerade dabei, im Internet Bankgeschäfte zu erledigen, als mein Laptop aus heiterem Himmel heruntergefahren wurde. Und das Update begann. Nach einer dreiviertel Stunde habe ich eine andere Beschäftigung gesucht – die Anzeige verriet mir zu diesem Zeitpunkt, daß 7 % des Updates heruntergeladen sind. Und die Installation folgt ja erst nach dem Download!

 

Aber die Dreistigkeit von Microsoft ist noch zu toppen! Natürlich von keinem anderen als: Microsoft! Nach dem Update beglückte mich der Laptop in reinster Portugiesischer Sprache und das Desktop-Bild, welches ich hinterlegt hatte, war verschwunden. Nur um eine Vorstellung zu haben: Das erneute Umstellen auf die deutsche Sprache kostete mich weitere 1,5 Stunden.

 

10.      EDP – Energias de Portugal

 

 

Bei unserem Stromanbieter in Portugal EDP gibt es die Möglichkeit, online verschiedene Aktionen auszuführen. Als Neukunde wird man eingeladen, sich dazu anmelden. Folgt man dem Link, kommt man zu einer Internetseite, auf der das Paßwort kreiert wird. Dazu gibt man es in einer Zeile ein, und wiederholt es in einer zweiten Zeile. Und dann: „Ocorreu um erro na operação. Por favor tente mais tarde“ (Ein Fehler ist bei dieser Operation eingetreten. Bitte versuchen Sie es später) - und das geht mir ein paar Tage so. Schließlich versuche ich, den Kontaktlink zu benutzen, den die Seite unten bietet.

 

Ich lande auf einer Seite, die mit Telefonnummern gespickt ist, leider alle nur „Bezahl-Nummern“ (Ja, wir nehmen den Kunden aus, wo es nur geht, warum ist er auch so dumm, und will uns anrufen!). Ansonsten wird dort keine andere Kontaktmöglichkeit genannt. Also wende ich mich an den Hilfe-Link, den diese Seite bietet. Unter einer Vielzahl von möglichen Themen finde ich auch meines: „Estou com problemas no registo“ (Ich hatte Probleme bei der Registrierung). Und dort wird endlich ein Link zu einem Formular angeboten, in dem man das Problem schildern kann. Ich klicke darauf, und es öffnet sich ein Formular, in den man Name, Adresse, Steuernummer und schließlich das Problem angeben kann bzw. muß. Nach dem Absenden kann man sich die Seite ausdrucken lassen – doch leider ist die mit dem Absenden gelöscht worden. Und so druckt man 2 leere Seiten aus! Das nennt man bei EDP „nachhaltig“?  

 

Ach ja, natürlich hat EDP nie auf das eingesandt Kontaktformular reagiert, warum auch?  

 

11.      POST Luxembourg

 

Mit einem Zinssatz von 0,00% versucht die Europäische Zentralbank (EZB), die Inflation in Europa auf ein Niveau von 2 bis 3 % zu heben. Das ist bisher noch vergeblich, auch wenn die POST Luxembourg mit aller Macht versucht, die EZB darin zu unterstützen!

 

Da hatte ich am 6. März 2015 einen Nachsendeantrag für Briefsendungen für ein Jahr an meine neue Adresse in Portugal gestellt. Das kostete 85,16 EUR incl. MWSt. Als ich nun, am 18. April 2016, diesen Nachsendeantrag verlängern wollte, kostete das sage und schreibe 484,50 EUR incl. MWSt. Das entspricht einer Inflation von  knapp 469 %! Da freut sich Herr Draghi!

 

Aber es kommt noch besser: Anstatt an die Nachsendeadresse kommt die Post weiterhin an die alte Adresse. Auf meine Reklamation hin wird mir erklärt, daß ein „technisches Problem“ den fehlerhaften Versand verursacht hat, und zur Entschädigung angeboten wird, den Nachsendeantrag um einen Monat kostenlos zu verlängern. Just an diesem Tag kommt wieder Post an die alte Adresse! Ich habe nun genug von den Versuchen und bitte um Beendigung der Nachsendeversuche und Rückerstattung der Gebühr.

 

Man stelle sich mal vor, im Jahr 2016 ist die Post Luxembourg nicht mehr in der Lage, einen Brief an die richtige Adresse auszuliefern – das ist eine der Kernaufgaben der Post!

 

12.      Jumbo Supermarkt Lagoa

 

Im Zuge der Personalrationalisierung (als ob es in Portugal nicht schon genug Arbeitslose gibt, und als ob Arbeitskräfte in Portugal fürstlich entlohnt werden) hat Jumbo an seiner Tankstelle mit 4 Zapfsäulen und 2 Kassenhäusern die Hälfte mit Automaten bestückt, und die Kassiererin eingespart. Eine Dame versucht seitdem, die Autofahrer an die Automaten-Zapfsäulen zu locken, aber die meisten Autofahrer bevorzugen das freundliche Gesicht im Kassenhäuschen, anstatt die Blechstimme aus dem Automaten und nehmen dafür sogar längere Wartezeiten in Kauf.

 

Die Automaten-Zapfsäulen werden mit auffälligen Werbeplakaten in Szene gesetzt, auf denen vor allem der 24-Stunden-Service angepriesen wird. Nun passierte es mir, daß ich in einer Sonntagnacht, gegen 23:30 Uhr an besagtem Automaten tanken wollte. Aber hallo! Das geht nicht, der Automat, und auch sein Bruder von der gegenüberliegenden Seite, ist außer Betrieb! Darauf ein paar Tage später angesprochen, erhalte ich von der freundlichen Dame die Erklärung: Sonntagabend um 23:00 Uhr wird das System resettet. Und das dauert bis Montag 5:00 Uhr. Aber ansonsten… 24-Stunden-Service!!!

 

13.      POST Luxembourg, Online-Postdienste

 

Wie man im Kapitel 11 lesen konnte, wird man durch die Post Luxemburg daran gewöhnt, bei ursprünglichen Postdiensten sich selbst zu helfen. An der alten Adresse verständige ich mich mit einer freundlichen Person darüber, daß sie uns die Post nachsendet. Sind sowieso nicht viele Sendungen im Jahr, ca. 20 vorfrankierte und adressierte Umschläge werde ich ihr also zusenden.

 

Inzwischen hat die Post auch das Briefgebühren-System reformiert. Briefsendungen nach Europa bis 50 Gramm = 0,95 EUR, die nächste Stufe geht dann schon bis 500 Gramm und kostet 2,85 EUR!!! Sehr kundenorientiert! Wie komme ich an diese 0,95 EUR-Briefmarken? Ah ja, es gibt ja die Online-Postdienste. Da kann man unter anderem auch Briefmarken auf Etiketten drucken oder direkt auf die Umschläge. Dafür entscheide ich mich. Es ist etwas kompliziert, etliche Testdrucke (Gott sei Dank von der Post vorgesehen!) sind nötig, bis ein Umschlag endlich eine Probedruck-Briefmarke an der richtigen Stelle aufweist. Gut, jetzt also die restlichen 24 Umschläge echt frankieren… natürlich muß man dafür erst mal online bezahlen. Und klickt man darauf, dann… nein, dann darf man sich erstmal registrieren, ob man das will oder nicht, es gibt keine Alternative des Kaufs ohne Registrierung!

 

Die Registrierung ist geschafft, der nächste Bildschirm informiert einen, daß man, wenn man ein bestimmtes Feld anklickt, auf der nächsten Frühjahrsmesse ein Geschenk abholen kann. Heute ist der 28. Mai 2016, die Frühjahrsmesse 2016 fand vom 23. April bis 1. Mai statt, ist also schon rum… Wouw, sind die aktuell, geben schon Geschenkgutscheine für die Frühjahrsmesse 2017 aus…

 

OK, zurück zum Bezahlen meiner Briefmarken. Aber wie komme ich auf dieser Seite eigentlich weiter? Ich habe alles versucht, aber schließlich gibt es nur eins: Die Seite schließen, und alles wieder von vorne anfangen!

 

Nicht ganz alles, denn die Registrierung hat wenigstens geklappt. Nun geht’s auch zügig zum Bezahlen, da wird dann eine Seite der CETREL aufgerufen, und die ist (und bleibt es leider auch für die nächsten 5 Minuten) weiß. CETREL erwartet da das System 3D Secure, das es aber in Portugal nicht gibt. Tja, soweit ein Versuch, bei der Post Luxemburg online einzukaufen…

 

14.            Crédito Agrícola

 

Wie bei allen Banken der Welt sind die Serviceversprechen immer exzessiv hoch. So auch bei der Bank Crédito Agrícola. Da preist sie am 20. Juli 2016 im Kundenbereich ihrer Webseite in der Fußzeile ihren Service „Linha Directa“ an: « Para qualquer informação adicional ou esclarecimento de eventuais dúvidas contacte, por favor, o Serviço Telefónico de Apoio a Clientes - Linha Directa, disponível 365 dias por ano, 24 horas por dia, com atendimento personalizado de 2ª a 6ª feira das 8h30m às 23h30m e aos Sábados, Domingos e Feriados das 10h às 23h. Em alternativa poderá enviar uma mensagem, através da opção disponível. » Das heißt so viel wie : Bei Fragen wenden Sie sich an unseren telefonischen Kundenservice Linha Directa, der an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden am Tag für sie da ist, Montag bis Freitag 8.30 Uhr bis 23.30 Uhr und Samtag, Sonntag, und an Feiertagen von 10.00 Uhr bis 23.00 Uhr.

 

24-Stunden-Service? Seltsame Auffassung für einen solchen Service. Zudem darf man nicht in der Mittagszeit anrufen – wahrscheinlich geht der Service dann Essen, jedenfalls geht keiner an den Apparat!

 

15.            Enterprise Rent-A-Car

 

Wir planen eine Reise nach Brüssel und brauchen für 2 Tage einen Leihwagen. Also ins Internet und mit Hilfe der Firma „EconomyCarRentals.com“ den günstigsten Anbieter gesucht. Es wird mit EUR 67,30 ein Kleinwagen von Enterprise angeboten. Den bestelle ich dann auch. Schließlich kommt die Aufforderung die Kreditkarte anzugeben, damit der Betrag von EUR 5,26 als „Anzahlung“ abgebucht werden kann. Soweit so gut.

 

Am Flughafen wird der Vertrag erstellt, wir nehmen einen besseren Wagen und bekommen auf einmal gesagt, daß lediglich 300 km im Pauschalpreis enthalten sind. Davon stand nichts, als ich im Internet den Wagen bestellt habe. Und überhaupt, wann habe ich das letzte Mal eine Kilometerbegrenzung bei einem Mietwagen erlebt? Egal, wir brauchen den Wagen. Nun wird am Flughafen der Restbetrag der neuen Pauschale auf der Kreditkarte belastet.

 

Zu Hause angekommen, kommt die Schlußrechnung per Email, inclusive der zusätzlichen Kilometer, die wir zurückgelegt haben. Da fehlen wohl die beiden geleisteten Zahlungen drauf, aber in Belgien kann man das vielleicht auch nicht erwarten.

 

Und nicht erwarten kann man dann auch, daß 8 Tage später eine Mahnung eintrifft. Obwohl ich meine Kreditkarte sowohl über Internet, als auch am Schalter angegeben habe! Und die erste Anzahlung fehlt natürlich in der Aufstellung! Dafür wird man aufgefordert, der Restbetrag binnen 8 Tagen auf ein Bankkonto zu überweisen.

 

Lieber nicht, denn ein paar Tage später habe ich beim „Creditmanagement“ von Enterprise angerufen. Und da wird mir gesagt, daß der ausstehende Betrag (natürlich wieder ohne die erste Anzahlung) von der Kreditkarte abgebucht worden sei! Hätte ich also auf die Mahnung direkt reagiert, dann hätten die das Geld doppelt erhalten! Nun muß ich nur noch die Beweise einsenden, daß ich bereits eine erste Anzahlung geleistet habe…

 

Was war das früher einfach: Man ging an den Schalter, gab Kreditkarte, Reisepaß und Führerschein ab und nach einer Viertelstunde war alles erledigt…

 

16.            ENOVOS Luxembourg

 

Unsere Firma bekommt regelmäßig Rechnungen von Enovos Luxembourg für den Bezug von Strom. Enovos Luxembourg ist per Gesetz der einzige Stromanbieter, der PV-Strom zum staatlich garantierten Preis abnehmen muß, wir haben also keine Wahl einer Alternative.

 

Enovos Luxembourg hat am 20. September auf seiner Homepage im  „Portrait“ den folgenden Absatz stehen: „Im Einklang mit ihrem Leitsatz "Energy for today. Caring for tomorrow." handelt die Gruppe verantwortungsbewusst, indem sie wirtschaftliche, ökologische und soziale Komponenten in ihre Aktivitäten integriert. Sie strebt nachhaltige und stabile Beziehungen zu ihren Kunden an.“

 

Nachdem die Stromrechnungen bis einschließlich 10. August 2016 auf einer einzigen Seite ausgedruckt wurden, sind es ab 12. September 2016, im neuen Layout, nun drei Seiten! Das nennt man also bei Enovos Luxembourg „nachhaltig“?

 

17.            Worten

 

Wir haben im Februar dieses Jahres, also nicht einmal vor 9 Monaten, eine AEG Waschmaschine bei Worten in Portimão gekauft. Bis heute war alles OK, doch nun hat dieses „deutsche Wertprodukt“ beschlossen, beim Waschen Wasser auf dem Boden vor sich zu verbreiten. Na ja, nach mehr als 8 Monaten kann es ja mal zu Ermüdungserscheinungen kommen…

 

Also rufe ich bei der Service-Telefon-Nummer von Worten an (Natürlich wieder eine der geldgierigen Bezahl-Nummern, schließlich wollen die Aktionäre von Worten eine noch dickere Dividende erhalten.). Ich werde von einem freundlichen Automaten begrüßt, der mich in fließendem Portugiesisch fragt, ob ich die 1 drücken will, oder doch lieber die 2 oder sogar noch die 3. Leider bin ich der portugiesischen Sprache noch nicht so mächtig, um alles zu verstehen, also drücke ich munter die eine oder die andere der angebotenen Zahlen. Schließlich meldet sich doch eine menschliche Stimme, und die kann auch noch ein paar Brocken Englisch. Nach viel Mühe findet er unseren Kauf im Computer und gibt uns eine Prozeß-Nummer. Der Service wird sich bei uns melden und einen Termin vereinbaren.

 

Tatsächlich erhalte ich 2 Minuten später einen Anruf. Und, Sie werden es nicht glauben, am anderen Ende meldet sich in fließendem Portugiesisch ein Automat und fragt, ob ich die 1 drücken will, oder lieber die 2… Offensichtlich habe ich diesmal wahllos die falschen Tasten gedrückt, denn auf einmal ist der Anruf beendet – ohne Terminvereinbarung!!!

 

Bei meinem Rückruf unter dieser Nummer kann ich wenigstens eine E-Mail-Adresse des Kundenservice von Worten erraten. Ich schreibe sie an und hoffe auf eine Reaktion. Die kommt dann auch am gleichen Tag in Form einer Email. Nach einigem hin und her (natürlich jeweils mit einer anderen Person) erfahre ich: Der prompte Rückruf war nicht von der Servicestelle (Die arbeiten samstags nicht!), sondern eine Qualitätsabfrage, wie gut der Telefonservice gewesen sei. Der Kundenservice würde sich sicherlich am Montag melden, um einen Termin zur Reparatur auszumachen.

 

Heute ist Mittwoch. Gegen 16 Uhr hat dann tatsächlich ein Servicetechniker von AEG angerufen, um einen Termin für Freitag zu vereinbaren. Hoffentlich bleibt’s dabei, die Dreckwäsche stapelt sich inzwischen…

 

18.            Parfois, Aqua-Center Portimão

 

Letzten Samstag, immerhin schon der 12. November, und damit in der Vorweihnachtszeit, besorge ich etwas im Einkaufszentrum Aqua in Portimão. Ich bin männlichen Geschlechts, was bei der Mehrzahl meiner Geschlechtsgenossen bedeutet, rein in das Zentrum, hin zu dem Geschäft, in dem man etwas zu erledigen hat, und wieder auf direktem Weg raus.

Auf meinem Weg raus passierte es dann doch – ich schaute im Vorbeigehen in ein Schaufenster und – wouwwwww, was für ein Schal! Da hatte doch eine Schaufensterpuppe direkt neben dem Eingang zu dem Geschäft „Parfois“ einen Loop aus sichtbar herrlich zartem Material um den Hals. Das ideale Geschenk für meine Frau, dachte ich, also rein in das Geschäft und zu der Frau an der Kasse. Dort erfahre ich, daß dieser Schal ein Einzelstück ist und nur noch das Exemplar im Schaufenster vorhanden ist. Mir macht das nichts, teile ich ihr mit, dann nehme ich genau diesen. Da erklärt sie mir doch, daß sie mir diesen Schal erst morgen verkaufen kann, wenn sie umdekoriert haben. Ich sage ihr, der Schal ist vom Eingang leicht zu erreichen, der Schaufensterpuppe kann man doch einen anderen Schal umhängen. Dann kommt das Killer-Argument von ihr: Das Center-Management erlaubt nicht, die ausgestellte Ware vor Ablauf der vereinbarten Fristen aus der Auslage zu nehmen! Entnervt gebe ich auf und teile ihr noch im Weggehen mit, daß mir ihr Kundenservice sehr gefallen hat.

P.S.: Eine Woche später war der Schal immer noch nicht verkauft und fand dann endlich seinen Käufer in mir.

 

19.            Jumbo Supermarkt Lagoa

 

Sie erinnern sich sicherlich an die Geschichte mit der automatischen Tankstelle beim Jumbo in Lagoa (siehe Kapitel 12).

Nun kam mir am 24. Dezember 2016 um 18:08 Uhr die überraschende Erkenntnis, daß Weihnachten vor der Tür steht, und am ersten Weihnachtsfeiertag eventuell keine Tankstelle aufhat. Also kurzentschlossen den begonnenen Weg in Richtung Jumbo abgewandelt. Dort angekommen sehe ich, daß das Kassenhäuschen schon geschlossen ist. Also dann, „profitieren“ wir halt mal von den Tankautomaten. Und tatsächlich lädt ein nettes und weihnachtlich gestaltetes Schild die Kunden ein: „Das 18:00H de dia 24/12 ás 07:00H de dia 26/12 apenas estará em funcionamento o pagamento automático na Bomba 1 e 2. Boas Festas…“ (Vom 24.12. ab 18 Uhr bis zum 26.12. 7 Uhr steht nur die automatische Bezahlung an der Zapfsäulen 1 und 2 zur Verfügung. Schönes Fest…).

Und neben dem Schild ist die Einfahrt zur Tankstelle. Und diese Einfahrt wird von 2 rot-weiß gestreiften Hütchen versperrt. Und selbst, wenn man diese Hürde rückwärts durch die Ausfahrt überwunden hat: Die Tankautomaten sind „Außer Betrieb“!

Frohes Fest wünscht Jumbo!

 

20.     Condor Lebensversicherung

 

Ab und zu sollte man sich sein Girokonto ansehen, denn es hält manche Überraschung bereit. So durfte ich bei der Durchsicht der Bewegungen feststellen, daß meine Condor Lebensversicherung im März 2017 zweimal den Monatsbetrag abgebucht hatte. Und zwar genau eine Woche nach der ersten Abbuchung erfolgte die Zweite. Also rief ich bei der Kundenservicenummer an und fragte, warum. Die Kundenbetreuerin leitete mich an die Buchhaltung weiter, die mir sagte, daß ich wohl zweimal den Betrag überwiesen haben müßte, da kein Abbuchungsauftrag besteht. Komisch, daß bei meiner Kontobewegung SEPA und eine Nummer vermerkt war, und ich weder manuell noch per Dauerauftrag zahle. Und plötzlich entdeckt sie etwas: Da wir in Portugal leben, und ich eine portugiesische Bankverbindung angegeben habe, erfolgt die Abbuchung nicht maschinell, sondern jeweils manuell!

Es lebe die Technik und die europäische Integration, auch auf Firmenniveau!

 

21.      Restaurant P'tit Bistrod'Ethan, Thionville

 

Wir waren mal wieder in Luxemburg und besuchten ein Restaurant in der sogenannten „Großregion“. Dabei entstand zwischen der Bedienung und mir folgender Dialog (im Original in Französisch, hier von mir nach bestem Wissen und Gewissen übersetzt), der nicht weiter kommentiert werden muß:

„Was hätten Sie gerne zum Essen?“

„Ein Faux Filet Lorraine bitte.“

„Wie soll es gebraten werden? »

„Medium bitte.“

Die Bedienung geht, kommt aber nach 2 Minuten zurück.

„Entschuldigung, wir haben nur blau, blutig oder gerade durch.“

 

22.      Rentalcars.com

 

Luxemburg mit dem Flieger anzufliegen bedeutet für uns auch immer, einen Mietwagen zu nehmen. Dies Mal bestellte ich ihn über Rentalcars.com. Dort sucht der Computer den billigsten Mietwagen und bietet einem dann eine Auswahl in aufsteigender Preishöhe an. Unsere Wahl fiel auf einen Kleinwagen von AVIS. Schnell gebucht, das geht ganz leicht, bezahlt und zu den Reiseunterlagen hinzugefügt.

Die Überraschung kommt am AVIS-Schalter. Zu dem bereits bei Rentalcars.com bezahlten Mietwagen verlangt man dort nochmals EUR 27,32 extra. Wofür? Für die Winterausrüstung des Fahrzeugs, sprich die Winterreifen. Die sind zwar gesetzlich bei den herrschenden Wetterverhältnissen in Luxemburg vorgeschrieben, werden aber von Rentalcars.com nicht dem Vermieter bezahlt! Irgendwo im Kleingedruckten stand dann wohl, daß man für Winterausrüstung der Fahrzeuge extra bezahlen muß!

Und zu guter letzt sagt die freundliche Dame am AVIS-Schalter: Hätten Sie bei AVIS direkt gebucht, wären die Winterreifen enthalten gewesen!

Wer schützt uns vor solchen betrügerischen Methoden?

 

23.      DAT Autohus AG und Taunus-Auto-Verkaufs-GmbH

 

Eine Rarität bisher, daß ich über zwei Firmen schreibe, bei denen mir folgendes passierte: Ich trage mich mit dem Gedanken, ein gebrauchtes Auto zu kaufen, und dafür meinen Wagen in Zahlung zu geben. Mein derzeitiges Gefährt habe ich bei meinem Umzug nach Portugal kostenlos einführen „dürfen“, denn hier gibt es eine „Autoimportsteuer“, eigentlich in Europa ein Unding und ein echter Hemmschuh für die portugiesische Wirtschaft! Die Bedingung für das „kostenlos“ ist, daß ich mein Auto 5 Jahre in Portugal nicht verkaufen darf, sonst muß ich nachträglich die anteilige Steuer zahlen. Aber mein Auto wird älter und reparaturanfälliger…

Da in Deutschland die Auswahl größer und die Preise erheblich niedriger sind, beginne ich die Internet-Suche dort. Ich stoße auf besagte zwei Firmen, bei denen ich je ein Fahrzeug anfrage und um Rückruf bete. Der erfolgt auch, und bei den Firmen sind die Mitarbeiter echt hilfreich und geben alle gewünschten Zusatzinformationen. Aber als es zum Thema „Inzahlungnahme“ kommt, reagieren beide so: „Kommt überhaupt nicht in Frage!“ Bei DAT lehnt es der Verkäufer selbst ab, bei Taunus-Auto gäbe es ein Verbot durch die Geschäftsführung. Wohlgemerkt, es handelt sich um ein innerhalb der EU zugelassenes Fahrzeug, das bei jeder deutschen Zulassungsstelle problemlos abgemeldet, und dann gemütlich per Schiff nach Afrika exportiert werden kann…

 

24.      Algarve Resident

 

Ich habe also ein Auto in Deutschland gekauft. Nun will ich es, nachdem die erheblichen bürokratischen Hürden überwunden sind, in Portugal verkaufen. Dazu möchte ich eine Kleinanzeige in der Zeitschrift „Algarve Resident“ schalten. Das geht am besten online, dachte ich. Zunächst muß man ein Kundenkonto anlegen, dann erhält man (leider Stunden später) eine Bestätigungsmail, mit der man das Konto bestätigt.

Nun darf man an die Gestaltung der Anzeige gehen. Mit Bild natürlich, auch wenn’s 10,80 EUR mehr kostet. Am Ende bekommt man eine Vorschau zu sehen… oh Gott, das Bild ist gequetscht worden, das Auto nicht mehr zu erkennen!!! Also die Anzeige nochmals editieren, das Bild austauschen (diesmal ein Standard-Format), dann wieder anzeigen lassen, Bild überprüfen und dann bezahlen.

Algarve Resident hat PayPal mit der Zahlungsabwicklung beauftragt, da sie keine Kreditkartendetails abspeichern wollen. So wird man zunächst gefragt, ob man mit PayPal oder per Kreditkarte bezahlen möchte. Da ich nicht mit den exzessiven Gebühren von PayPal einverstanden bin, habe ich dort auch kein Konto. Ich wähle also „Kreditkarte“, und gebe alle angefragten Details ein. Aber… es geht leider nicht weiter, da ich nicht die Angaben zur Eröffnung eines PayPal-Kontos eingegeben habe!!! Ich komme schließlich nicht anders weiter, als mit irgendwelchen erfundenen Daten ein Konto einzurichten. Was macht PayPal nur mit all den Konten, wenn jeder, so wie ich, ein Schrott-Konto einrichtet?

Etwas später bekomme ich eine Mail, daß meine Anzeige nun im System bei Algarve Resident geschaltet ist, und es werden noch einmal die Anzeigendetails genannt. Herrlich, nun wird mein Auto unter „Accomodation“(Unterkunft) inseriert, denn beim Austauschen des Fotos wurde auch (heimlich) die Kategorie auf das erste Element der Liste zurückgesetzt! Also ein Mail schreiben, und um manuelle Korrektur bitten. Man hat ja nichts Besseres zu tun…

 

25.      Hertz Autovermietung Luxemburg

 

Ich will am 25. November 2017 einen Mietwagen in Luxemburg am Flughafen mieten. Unsere Maschine kommt am 9. Dezember 2017 um 22.30 Uhr an.

Überraschung 1: Alle Mietwagenfirmen, die auf Findel einen Schalter haben, schließen diese an einem Samstag abend pünktlich um 17.00 Uhr! Will man ein Auto später abholen, muß man eine Extragebühr bezahlen! Das ist Service!!!

Überraschung 2: Bei Hertz kann man im Internet den Wagen gar nicht buchen, weil man eine Abholzeit eingegeben hat, die außerhalb der Öffnungszeiten liegt. Statt dessen soll man bei Hertz anrufen. Angegeben werden natürlich nur… Sie haben es erraten: Die angegebenen Telefonnummern sind Bezahlnummern, der Kunde darf also bezahlen, damit er eine Leistung von Hertz bekommen darf, für die er natürlich auch noch bezahlen muß! Aber es gibt ja auch digitale Telefonbücher. Dort finde ich die normale Telefonnummer von Hertz auf dem Flughafen Luxemburg. Die junge Dame, die den Anruf entgegen nimmt, spricht natürlich… kein Luxemburgisch und kein Deutsch, dafür aber Französisch oder Englisch. Als ich ihr die Ankunftszeit sagen, fragt sie nach, ob ich Hertz Gold-Kunde wäre. Bin ich nicht. Darauf teilt sie mir mit bittersüßer Stimme mit, daß sie dann kein Auto an mich ausleihen könnten. Sie könnten ja schließlich nicht wissen, ob die Kreditkarte gedeckt sei, mein Führerschein echt wäre etc., was bei Hertz Gold-Kunden alles bereits überprüft wäre. Und damit endet das Telefonat. Haben die sich einmal die Frage gestellt, was die Ankunftszeit mit diesen Angaben zu tun hat? Ist die Deckung meiner Kreditkarte anders bei einer Ankunftszeit um 16.00 Uhr als um 23.00 Uhr? Schließlich hätte ich ja auch 40 EUR für die Abnahme des Mietwagens außerhalb der regulären Öffnungszeiten zahlen müssen!